Return-Training: Den Aufschlag des Gegners neutralisieren

Problemstelle

Der Aufschlag ist das erste Gefecht, das im Kopf des Spielers beginnt, bevor überhaupt ein Ball über das Netz fliegt. Viele unterschätzen die Kraft, die ein gut getimter Return aus der eigenen Position herausholen kann. Kurz gesagt: Wer den Aufschlag nicht neutralisiert, verliert sofort das Prinzip der Kontrolle. Und das kostet Punkte, nicht nur im Scoreboard, sondern im Selbstbewusstsein.

Technik‑Check

Hier kommt das Kernstück: Der Return muss sowohl präzise als auch aggressiv sein. Das heißt, du positionierst deinen Stand etwa einen halben Schritt nach vorne, greifst mit dem Schläger in die „sweet spot“ Zone und nutzt den Körper als Feder. Du spielst nicht einfach zurück, du verwandelst den Aufschlag in deine eigene Offensivwaffe. Viele Coaches reden von „Zündung“, ich nenne es „Energie‑Umleiten“.

Schritt 1: Visuelle Vorbereitung

Beobachte den Ball bereits im Aufschlag‑Durchlauf. Das Auge folgt dem Ball, nicht dem Schläger. Du erkennst das Spin‑Muster, die Höhe und die Flugkurve, bevor du überhaupt die Position änderst. So hast du im Prinzip einen Sekunden‑Vorsprung, der deine Reaktionszeit verkürzt.

Schritt 2: Körperliche Haltung

Spann deine Knie, halte die Hüfte leicht nach vorne geneigt und halte den Schläger locker, aber bereit. Der Schlüssel liegt im schnellen „Durchschalten“ der Hüftrotation, wenn du den Ball triffst. Ignoriere nicht das „Körper‑Gefühl“, das ist das, was Profis von Amateuren trennt.

Schritt 3: Timing und Schlagfläche

Der optimale Moment liegt genau dann, wenn der Ball den höchsten Punkt seiner Vorwärtsbewegung erreicht – das ist das „Peak“. Triff den Ball mit leicht geöffnetem Schlägerblatt, um den Rückschlag flach zu halten, und setze sofort deine Vorwärtskraft ein. Ergebnis: Der Gegner bekommt keinen Spielaufbau, du hast das Netz sofort besetzt.

Trainingstipps

Setz dir zwei Trainingsziele: 1) 30 % mehr Return‑Wertung in den ersten 10 % deiner Aufschlag‑Rallyes. 2) 5 % Reduktion der unforced errors beim Return. Mess das mit einem Tracker oder einfach mit einem Notizblock. Übe täglich 15 Minuten nur mit Aufschlag‑Variationen – Slice, Topspin, Kick. Wechsel das Tempo, wechsle das Ziel. Und vergiss nicht, dass ein gutes Rückschlag‑Training nicht isoliert stattfinden kann – es muss Bestandteil deines gesamten Spielplans sein. Mehr dazu findest du auf tennisspielplan.com.

Letzte Regel

Wenn du den Return nicht als Angriff, sondern als Fortsetzung deiner eigenen Spielstrategie begreifst, bleibt der Aufschlag immer nur ein Mittel zum Zweck. Also: Stell dich vor den Aufschlag, greife die Initiative und setz den Ball sofort in die gegnerische Ecke. Jetzt geh raus, nimm deine Schläger, arbeite am ersten Schritt und setz den Return in die Tat um.

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